Myanmars lustige, liebenswürdige und teils nervige Eigenheiten

Bevölkerung
Die Bevölkerung haben wir wie überall beschrieben als sehr hilfsbereit empfunden. Gleich bei unserer Ankunft in Yangon hätten wir ohne unseren Taxifahrer  ziemlich dumm dagestanden. Ohne das wir ihn darum gebeten hätten, hat er uns den günstigsten Bus zur besten Uhrzeit nach Mandalay rausgesucht. Dazu muss man wissen, dass die Busstation in Yangon mehrere Quadratkilometer groß ist und ohne jegliche Hinweisschilder auskommt. Man sieht zwar überall Busse, aber keine Infos darüber, welcher Bus wo hinfährt.

Kinder
Wo man hinkommt in Myanmar sind die Kinder einem wohlgesonnen. Überall begrüßen sie die Touris laut und fröhlich mit „Hellooo!“ und strahlen sie an.
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Verkehr
Wie in Thailand gibt es hier eigentlich keine Fußwege, aber daran gewöhnt man sich ja schnell. Woran wir uns jedoch scheinbar nicht mehr gewöhnen werden ist das ständige Hupen. In Myanmar wird wirklich immer gehupt, man braucht eigentlich gar keinen richtigen Grund zum Hupen, man tut es einfach. Schon als wir in unseren ersten burmesischen Bus stiegen, fiel uns auf, dass dieser im Schnitt bestimmt alle 30 sec hupte. In Myanmar hupt man an jeder noch so kleinen Kreuzung, man hupt wenn man überholt, man hupt, wenn sich Fußgänger neben oder an der Straße befinden, man hupt, weil man es kann – immer und überall. Was das allein bei einer mittelmäßig befahrenen Straße für Lärm verursacht, kann sich jeder denken. Außerdem gibt es da noch Busse mit „Spezialhupen“ die so laut Dröhnen, wie ein Schiff, dass in den Hafen einläuft, nur dass sich die Busse dann häufig direkt neben dem eigenen Ohr befinden, das dann aber auch wirklich abzufallen droht.

Eine weitere Auffälligkeit, die zumindest indirekt mit dem burmesischen Verkehr zutun hat ist die Tatsache, dass die Burmesen scheinbar seeeehr schnell unter Reiseübelkeit leiden. Selbst, wenn der Bus bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h auf gerader Strecke fährt, mindestens ein Einheimischer übergibt sich immer im Bus. Kopfhörer sind also sehr zu empfehlen bei längeren Busfahrten, sonst kann die Geräuschkulisse schnell man unangenehm werden.

Aufdringliche Händler
Myanmar ist (noch) deutlich weniger touristisch als beispielsweise Thailand, häufig ist man weit und breit der einzige Tourist. Selbst in Bagan sind relativ wenig Menschen unterwegs, sodass man zumindest bei den kleineren Tempeln auch gern mal allein ist. Dennoch gibt es einige sehr konzentrierte, wenn auch kleine Touri-Hotspots, wo sich einige Menschenmassen rumtreiben. Dies nutzen die Einheimischen, um Souvenirs an den Mann oder die Frau zu bringen. Leider ist das Souvenirshopping, aber an diesen Touri-Hotspots relativ unerträglich, da die Händler sehr verzweifelt versuchen irgendetwas zu verkaufen und die Konkurrenz auszustechen, da jeder dritte Markstand so ziemlich das Gleiche anbietet. Begibt man sich auch nur in die Nähe einer dieser Stände wird man von dem  dazugehörigen Händler sofort in Beschlag genommen mit den immer wiederkehrenden Phrasen: „You want buy something?“, „Make good price for you“, „Just looking, just looking“ oder „only buy here“. Die Händler lassen einem kaum Zeit zum Gucken, man fühlt sich sofort gedrängt etwas kaufen zu müssen und sie bieten die Waren erstmal zu horrenden Preisen an, die man zum Teil noch um 75% drücken kann. Diese Aufdringlichkeit haben wir in Thailand noch nirgends auch nur ansatzweise erlebt. Aber auch in Myanmar ist es eigentlich eher die Ausnahme (aber wenn, dann sehr extrem) und wirklich nur da, wo sehr viele Touris sind (z.B. an den großen Tempeln in Bagan und auf dem Touri-Markt auf dem Inle See, nicht jedoch in den Manufakturen am Inle oder auf weniger touristischen Märkten).

Frühsport
Eine lustige Eigenheit, die wir jetzt schon zweimal in Myanmar beobachten konnten, ist der Frühsport, der zumindest gefühlt von der gesamten Bevölkerung betrieben wird. In Mandalay beobachteten wir gegen 6 Uhr morgens hunderte Menschen, die am Kanal Armkreisen, Hüftkreisen, Dehnen und andere leichte sportliche Aktivitäten betrieben. Das war aber noch gar nichts im Vergleich zu Bagan. Als wir dort gegen 5 Uhr morgens unser e-bike ausliehen, um den Sonnenaufgang zu beobachten, fuhren plötzlich uns entgegenkommende Mopeds auf der falschen Straßenseite. Den Grund erkannten wir Sekunden später: eine riesige Frühsportprozession mit hunderten Menschen, hunderte Meter lang, angeführt von einem Auto aus dem ohrenbetäubend laute Musik erschallte blockierte die Straße in die eine Richtung. 

Volksdroge
In Myanmar angekommen fragte ich mich, was die blutroten Flecken, die überall auf den Straßen verteilt sind, zu bedeuten hätten. Nicht weniger verwirrt war ich als ich sah, dass Männer diese blutrote Flüssigkeit aus dem Mund auf die Straße spuckten – ein etwas gruseliger Anblick. Später fanden wir heraus, dass es sich dabei um Betelnüsse, eine Art Volksdroge in Myanmar handelt. Das Zeug wird zerkaut und die austretende rote Flüssigkeit überall auf die Straße gespuckt.

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