Warum du in den Norden Thailands fahren solltest

Thailand ist flächenmäßig ungefähr so groß wie Frankreich, also nicht gerade klein. Vor allem nicht, wenn man nur mal für ein paar Wochen Urlaub hinfliegt. Man muss seine Reiseroute auf einen mehr oder weniger kleinen Bruchteil des Landes reduzieren und einige werden sich sicher fragen, wo es nun in Thailand genau hingehen soll. Wenn ihr mich fragt: in den Norden! Mit Thailands Norden meine ich der Einfachheit zuliebe jetzt mal alles nördlich von Bangkok. Ich will auch gar nicht bebaupten, dass der Süden nicht schön wäre oder dass du da nicht hinfahren sollst (gerade der Khao Sok Nationalpark hat es mir ja auch sehr angetan), aber der Norden schlägt den Süden meiner Meinung nach um Längen in Sachen Kultur, Essen, Authentizität & Vielfalt.

Ich war je einen Monat nördlich von Bangkok und einen Monat südlich der Millionmetropole. Um es auf den Punkt zu bringen sah meine Reisroute im Norden so aus: Bangkok-Ayutthaya-Kanchanaburi-Mae Sot-Um Phang-(Mae Sot)-Chiang Mai-Pai-(Chiang Mai). Wie euch vielleicht aufgefallen ist war ich bisher nur im Nordwesten und auch der Nordosten hat unglaublich viel zu bieten, aber auch ich musste mich eben erstmal reduzieren, aber es war ja bestimmt auch nicht mein letzter Thailandaufenthalt 😉

Authentizität
Was den Norden im Vergleich zum Süden für mich besonders gemacht hat war das Gefühl ein Stück mehr das „echte“ Thailand zu erleben. Im Süden kommt es deutlich häufiger vor, dass man auf weit mehr Touristen als Einheimische trifft. Außerdem war sogar das Essen im Norden irgendwie authentischer. Ich habe z.B. häufig meine Lieblingssuppe Tom Yam Gung gegessen (scharf-säuerliche Suppe mit Shrimps und Zitronengras). In Südthailand habe ich jedoch mehrmals nur einen Abklatsch der eigentlichen Suppe serviert bekommen. Ich hatte das Gefühl, dass selbst das Essen an die (vermeintlichen) Bedürfnisse westlicher Touristen angepasst wurde…meine Suppe war überhaupt nicht scharf und Zitronengras habe ich auch vergebens gesucht, mit der Thai-Nationalsuppe hatte das nur noch wenig gemein.

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Eine köstliche "echte" Tom Yum Gung

Außerdem haben wir im Norden vor allem bei den Trekkings von Um Phang und Chiang Mai aus gesehen wie einige Menschen (hauptsächlich Flüchtlinge aus Myanmar) dort noch leben. Wir haben nach den Wanderungen in winzigen Dörfern in den einfachsten Holzhütten bei Familien verschiedener Bevölkerungsgruppen geschlafen und haben gesehen wie Reis mit schwerer körperlicher Arbeit und praktisch ohne Maschinen noch selbst geerntet wird (wir haben es sogar selbst ausprobiert-unglaublich anstrengend und ich habe den größten Respekt davor, v.a. wenn man bedenkt, dass wir unsere Lebensmittel nur aus dem Regal in den Einkaufswagen befördern müssen).

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Schwere körperliche Arbeit, um eines der grundlegendsten Bedürfnisse zu befriedigen

Vielfalt
Der Norden ist unglaublich vielfältig. Ich will damit gar nicht sagen, dass der Süden nicht vielfältig wäre oder nicht authentisch oder das Essen schlechter-das wäre ja quatsch-alles bezieht sich auf die Gesamtheit des Nordens bzw. des Südens. Im Norden gibt es tolle Städte wie Chiang Mai, dichten Dschungel wie bei Um Phang, grandiose Wasserfälle (Teelorsu, Erawan,…), umwerfende Höhlen (Erawan, bei Soppong, bei Chiang Dao,…), leuchtend grüne Reisfelder, entspannte Dörfer (Pai), Berge und winzige Bergdörfer und und und. Die Liste an Attraktionen ist unendlich lang und trotzdem sind da oben weniger Touristen als im Süden, was die Sache umso schöner macht.

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Sattgrüne Felder irgendwo im Nirgendwo

Kosten
Zu all den anderen Vorteilen ist der Norden auch noch günstiger! Unterkünfte, Essen, Transport,…nördlich von Bangkok zahlt man weniger. Das gesparte Geld kann man gleich in eine Trekkingtour investieren (auch solche Touren sind im Norden häufig viel günstiger).

Wie du siehst hat es mir der Norden sehr angetan und auch bei meiner nächsten Thailandreise werde ich definitiv in den Norden fahren.

Meine Reiserouteempfehlung für dich:
Falls du trotzdem nicht auf Meer verzichten willst (was ich auch sehr gut verstehen kann ;)), habe ich hier die perfekte Reiseroute für 3-4 Wochen Thailand:

Bangkok
Von Deutschland aus sind die Flüge nach Bangkok am günstigsten, deshalb startet die Reise hier. Da ich nur zwei Tage ganz am Anfang meiner Reise dort verbracht habe kann ich auch nicht wirklich Tipps für die Stadt geben, aber da ich eh kein Großstadtmensch bin können das andere sowieso noch viel besser.

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Ayutthaya
Hier solltest du auf jeden Fall die alten Tempelruinen bei Sonnenuntergang erkunden-ein wunderschöner Anblick! Das typische Bild aus Ayutthaya ist ein holzgeschnitzter Buddha zwischen den Wurzeln eines alten Baumes-also begib dich auf die Suche danach. Alternativ kannst du auch nach Sukothai fahren, da gibt es auch viele Tempelruinen, aber dazu kann ich nicht viel sagen, da ich selbst nicht da war.

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Alte Tempelruinen bei Sonnenuntergang in Ayutthaya

Kanchanaburi & Erawan Nationalpark
Der Erawan Wasserfall ist zwar dank seiner Nähe zu Bangkok ganz schön überlaufen, aber wenn du so wie wir dort zeltest, hast du den Park und den Wasserfall zeitweise (fast) ganz für dich allein, da der Park für alle anderen Gäste im Laufe des nachmittags schließt (das ist dann der richtige Zeitpunkt, um den schönen Wasserfall nochmal ohne Menschen auf dich wirken zu lassen). Außerdem kannst du am nächsten Tag noch die wirklich lohnenswerte und schöne Höhle erkunden.

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Chiang Mai
Chiang Mai ist meiner Meinung nach ein Muss, wenn man schonmal in Thailand ist. Die Stadt ist entspannt, es gibt viele schöne Cafés, Restaurants und Bars und natürlich viele Tempel. Besonders empfehlen kann ich den Wat Chedi Luang und den Wat Pantao. Außerdem kann man von Chiang Mai aus super trekken gehen. Buche am besten eine dreitägige Tour, die haben meist das beste Preisleistungsverhältnis und du siehst einfach mehr als in ein oder zwei Tagen. Unterhalte dich dabei möglichst viel mit deinem Guide, immerhin lebt er in Thailand und hat mich Sicherheit viel Interessantes zu erzählen! Unser Guide ist z.B. mit seiner Familie aus Myanmar geflüchtet und wurde jahrelang, wie soviele andere Flüchtlinge aus Myanmar, nur geduldet. Nach langem Warten bekam er endlich einen thailändischen Pass und darf nun auch dort arbeiten.

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In Chiang Mai findest du viele schöne Tempel

Pai, Chiang Rai, Chiang Dao,…
Chiang Mai ist Ausgangspunkt für viele weitere Orte im Norden. Uns hat es nach Pai verschlagen. Das Dorf ist entspannt und liegt inmitten schöner Natur. Zwar gibt es dort viele Touristen, aber wer sich davon nicht stören lässt kann eine tolle Aussicht von seiner Hängematte aus genießen. Außerdem empfiehlt es sich ein Moped zu mieten und die Umgebung zu erkunden. Wir waren zudem vom Pai Canyon bei Sonnenuntergang sehr beeindruckt.

Koh Mak/Koh Kut
Nach soviel Kultur und Natur darf auch mal ein bisschen Entspannung sein! 😉 Von Chiang Mai aus kannst du mit dem Nachtbus nach Bangkok fahren und von dort ist es gar nicht mehr so weit bis zum Meer. Nimm den Bus Richtung Osten, genauer gesagt nach Trat. Von dort hast du die Qual der Wahl, drei schöne Inseln warten auf dich. Wir waren auf Koh Chang und Koh Mak und haben im Green view Resort auf Koh Mak unser kleines Paradies gefunden. Abgeschiedenheit, Ruhe, klares türkises Wasser und eine herzliche Inhaberin-was braucht man mehr?

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Unser Paradies auf Koh Mak

Ich hoffe mein Artikel hat dir bei der Planung deiner Thailandreise geholfen. Für weitere Tipps zum Thema Aktivitäten und Essen kannst du noch bei den Artikeln Essen, Essen, Essen und Thailand-Tipps vorbeischauen. Lass mir doch auch Feedback in den Kommentaren da!

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